Foto: Christian Lietzmann

„Hochzeitsplanung ist Vertrauenssache“

Er hat die Hochzeitsplanung in Deutschland, Österreich und der Schweiz erst salonfähig gemacht: Froonck ist seit Sarah Connors Traumhochzeit in 2005 nicht mehr aus dem deutschen TV wegzudenken. Seine Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ (VOX) ist ein Dauerbrenner, er ist auch europaweit als gefragter Wedding Planner unterwegs. Wir sprachen mit dem sympathischen Berliner über Hochzeitsplanung und Tipps für Brautpaare:

Ihre Agentur für Hochzeitsplanung feierte in 2017 das 15. Jubiläum – was bedeutet Ihnen das? Es dokumentiert meinen Erfolg, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe, damals die richtige Entscheidung traf und dass ich noch immer mit vielen Ideen da bin. Groß wird aber erst beim 20-Jährigen gefeiert.

Sie sind vom Sternzeichen her Skorpion und demnach weniger Diplomat und mehr ein Mensch der Extreme – glauben Sie an Sternzeichen und Spiritualität? Auf jeden Fall. Man kann viel daran festmachen. Skorpione besitzen meist viel Leidenschaft, und die ist unabdingbar für meinen Beruf. Ab dem 30. Lebensjahr soll übrigens der Aszendent die Persönlichkeit viel stärker bestimmen. Spiritualität erklärt nach wie vor Vieles, was unser Verstand nicht begreifen kann. Auch wenn wir ständig versuchen, alles logisch erklären zu wollen, finde ich das gerade deshalb gut so und in der immer transparenter und kleiner werdenden Welt ziemlich entspannend. Was die Extreme angeht, bin ich sicher extrem perfektionistisch und extrem zielstrebig, wenn ich auch in meiner Arbeit sehr auf Ausgleich bedacht bin.

Nennen Sie Ihre langjährigen Freunde inzwischen eigentlich auch bei Ihrem eingetragenen Künstlernamen Froonck? (lacht) Zum Glück nicht. Für die bin ich immer noch Frank. Das hängt natürlich davon ab, wann die Menschen in mein Leben getreten sind. Da sind verschiedene Namen im Umlauf – und am Ende ist es nur die deutsche, französische oder englische Aussprache, denn es bleibt ja immer der gleiche Name.

Sie haben Froonck aber bestens als Marke und sich selber als Künstler etabliert – ist Hochzeitsplanung tatsächlich eine hohe Kunst oder eher solides Handwerk? Es ist beides. Man muss das Handwerk eines Eventplaners beherrschen. Die Organisation und Abwicklung und das Management der vielen Dienstleister gehören zum Tagesgeschäft. Andererseits besteht die Aufgabe darin, aus einer Veranstaltung oder einer Hochzeit erst ein besonderes, einzigartiges Event, sprich Erlebnis zu machen. Das ist tatsächlich eine hohe Kunst, die vom Konzept über die Ausstattung und Dekoration der Location bis zur minutiösen Inszenierung reicht. Das unterscheidet meine Hochzeiten von denen anderer Planer.

Zum 1. Januar 2018 haben Sie Ihre Agentur in „Monsieur Froonck“ umbenannt, was steckt dahinter? Ich habe mich zu einem komplett neuen Auftritt entschlossen, damit noch klarer wird, was die Brautpaare bekommen: Monsieur Froonck – das bin ich. So steht dann auch die Agentur als Marke ganz klar für das Versprechen, dass man sich auf meine Leidenschaft, Kompetenz und Kreativität verlassen kann.

Kooperieren Sie mit anderen Hochzeitsplanern? Nein. Es gibt internationale Kollegen, die das auf weltweiter Ebene tun. Ich habe das bisher noch nicht gemacht, denn ich möchte jede Hochzeit wirklich selber organisieren und realisieren und vor Ort meine Kunden betreuen. Schließlich buchen sie ja mich und sollen mich dann auch bekommen. Dafür stehe ich mit meinem Namen und Froonck als Idee und Marke.

In der Lausitz gibt es mit Heike Hirmer gerade einmal eine professionelle Hochzeitsplanerin – ist der Markt überall so überschaubar? Das hängt sicher von der Region ab, in der Provinz ist das Angebot rar, in Ballungsräumen und Großstädten gibt es mittlerweile zu viele. Und zu viele nicht professionelle ohne Erfahrung. Jeder kann sich leider Hochzeitsplaner nennen, es ist kein geschützter Beruf, so dass es doch viele schwarze Schafe gibt, die nicht die erwartbare und erforderliche Leistung abliefern. Die Unterschiede sind einfach unglaublich, was das Brautpaar aber zu Beginn schlecht einschätzen kann. Es sind viele Newcomer und Quereinsteiger darunter, die zuvor weder mit Floristik, noch mit Hotellerie, Eventmanagement oder Design Erfahrungen gemacht haben – und das sind nur einige der Spielwiesen, die man als Hochzeitsplaner sicher beherrschen sollte. Hier fehlen leider Maßstäbe, Gütesiegel oder ein entsprechendes Berufsbild. Das macht es Brautpaaren schwer.

Wie kann ich einen guten von einem weniger kompetenten Hochzeitsplaner unterscheiden? Zuallererst muss die Chemie stimmen, das Brautpaar sollte sich bei seinem Planer sehr wohlfühlen. Hochzeitsplanung ist Vertrauenssache. Dann zählen aber auch die Jahre, die man im Geschäft ist und die Anzahl sowie der Charakter der betreuten Hochzeiten. Daran kann man das Know-how sowie das Netzwerk erkennen, das in unserer Branche sehr wichtig ist. Das Brautpaar sollte genau hinhören, was der Planer wie erzählt und kritische Fragen stellen.

Mit Ihrer VOX-Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ sind Sie seit 2012 ungebrochen auf Erfolgskurs, womit erklären Sie sich das anhaltende Interesse? Es steckt einfach ein tolles Konzept dahinter. Es geht um Romantik und Liebe, man kann aber auch mitfiebern, es ist ein Wettbewerb – und nicht zuletzt wird auch der Voyeurismus bedient. Außerdem geht es um kulturelle Vielfalt, da von der typisch deutschen bis zur aserbaidschanischen Hochzeit alles dabei ist. Mittlerweile sind wir ja auch oft in Österreich und der Schweiz. Es gibt wenige Formate, die diese Vielfalt vereinigen. Brautpaare, Familie und Hochzeitsgäste können darüber hinaus viel lernen, denn ich gebe mein Expertenwissen weiter, erkläre Hintergründe und Bräuche. Insofern ist das für Brautpaare inhaltlich wertvoll und für alle anderen einfach eine großartige Unterhaltung.

Es gibt im TV immer mehr Soaps rund um die Hochzeit – befördert das einen Erwartungsdruck an Hochzeiten, das alles immer größer, schöner, perfekter wird? Da hat sicher seit meiner ersten TV-Serie vor gut zehn Jahren eine Entwicklung eingesetzt, die immer mehr Tempo aufnimmt. Wir haben einen richtigen Wedding Planner-Boom ausgelöst, vorher kannte niemand diesen Beruf. Zuvor gab es das Thema Hochzeitsplanung gar nicht in dieser Prominenz. Die aktuelle Serie bildet allerdings nur die Realität ab, dadurch vermeidet sie eigentlich diesen Erwartungsdruck. Es sind überwiegend auch Hochzeiten ohne Hochzeitsplaner mit einem in Deutschland durchschnittlichen Budget. Demgegenüber betreue ich mit meiner Agentur Hochzeiten im gehobenen und Luxussegment jenseits von 50.000 Euro, die ich dann auch sehr individuell, speziell und aufwändig ausgestalte und bewusst von der herkömmlichen Tradition absetze.

Welche der von Ihnen im vergangenen Jahr betreuten Hochzeiten hat Sie am meisten berührt? Defintiv die Hochzeit des Keepers von FC Barcelona, Marc-André ter Stegen, und seiner langjährigen Freundin Daniela in der Toskana. Das war einfach magisch und hat alle Beteiligten unglaublich berührt und begeistert. Es lief absolut perfekt. Neben der Trauung war es für mich ein Gänsehautmoment, als wir den beiden die Dinner-Location zeigten und sie einfach sprachlos waren.

Betreuen Sie auch ganz „normale“ Paare? Natürlich. Das hängt nimmer vom Paar selbst, dem Konzept und dem Budget ab. Wichtig ist, dass die Vibes stimmen und wir alle gemeinsam Freude und Spaß bei der Planung haben. Das Brautpaar muss uns auch genügend Freiheit und Freiraum lassen – mir eben vertrauen.

Haben Sie schon einmal eine Hochzeit abgelehnt, weil Sie die Wünsche des Brautpaares nicht teilen konnten? Die Wünsche waren nie ein Hindernis, es ist ja meine Aufgabe, die Wünsche zu kanalisieren, umzusetzen oder auch erst zu Tage zu fördern. Es geht in unserem Beruf vor allem um die Beratung, was viele junge Kollegen eben nicht leisten können. Ich musste oft schon empfehlen, weniger zu machen und die ein oder andere Idee hinten anzustellen. Schon öfter habe ich aber Paaren abgesagt, die mir einfach nicht sympathisch waren, wo die Chemie nicht stimmte. Wenn die Sympathie da ist und beide Seiten Vertrauen haben, ist das Ergebnis immer besser. Das ist wie in jeder Partnerschaft.

Sie haben vor drei Jahren ein Buch geschrieben, zudem gibt es im Internet unzählige Checklisten und Ratgeber – kann all das einen Hochzeitsplaner ersetzen? Auf keinen Fall. Das ist wie mit anderen Berufen auch. Durch Anlesen kann man keinen Arzt oder Elektriker ersetzen. Der professionelle Blick von außen fehlt einfach bei der Eigenorganisation. Und die persönliche Betreuung am großen Tag selbst ist auch viel entscheidender und wird unterschätzt. Denn nur ein erfahrener Wedding Planner kann sich wirklich perfekt um alles kümmern und die Ruhe bewahren.

Heiraten ist ein zeitloses Thema, trotzdem gibt es immer wieder Trends – welcher steht 2018 an? Davon habe ich mich freigemacht. Sicher setzen die Magazine und Blogs neue Trends, sie leben von Neuheiten. Mich interessiert hingegen die individuelle, sehr persönliche und einzigartige Umsetzung einer Hochzeit, da kann ich mich nicht nur an Trends orientieren. Wer Trends ohne eigenes Konzept und eigene Ideen hinterherläuft, der hat am Ende unter Umständen einen Murks verursacht, der nichts mit dem Brautpaar zu tun hat.

Viele Brautpaare leisten sich keinen Planer, da führt der Hochzeitsstress oftmals auch zum Zerwürfnis vor der Hochzeit. Haben Sie einen Tipp für mehr Harmonie in der Zeit der Vorbereitung? Jedes Paar sollte wissen, dass die Vorfreude die schönste Freude ist. Sie bietet einfach mehr Zeit. Der große Tag geht dann sehr schnell im Rush vorüber. Grundsätzlich sollte man mit der Planung mindestens ein Jahr im Voraus beginnen. Vor allem sollte man zu Beginn das Budget klären und auf die einzelnen gewünschten Bereiche aufteilen. Nur so weiß man, was für welches Thema zur Verfügung steht und kann passende Dienstleister aussuchen. Diese sollte man unbedingt persönlich kennenlernen. Hier hilft das Internet allein nicht weiter, da spürt man die Chemie nicht und kann kein Vertrauen aufbauen. Die Vorbereitungen sollten nicht nebenher laufen, dann entsteht nämlich Stress. Besser ist es, in der Woche einen festen Termin zur Besprechung zu vereinbaren, der dann auch nur der Hochzeitsplanung vorbehalten ist.

Danke für das Interview.

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