„Dieser Beruf erfordert viele Talente“

Kein Gesicht ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz enger mit dem Thema Hochzeit verbunden, als das von Froonck.
Deutschlands prominentester Hochzeitsplaner ist nicht nur durch seine TV-Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ oder „Frank – Der Weddingplaner“ sondern auch durch Ausflüge wie „Stars auf Eis“ und die „Promi Shopping Queen“ bekannt geworden. Wir sprachen mit ihm über Heiraten, Hochzeitsplanung und sein gerade veröffentlichtes, erstes eigenes Buch:

Wie sind Sie eigentlich zu dem „Froonck“ gekommen? Das habe ich fast schon vergessen, weil sich das inzwischen verselbständigt hat. Früher sagten viele bei meinem bürgerlichen Vornamen meist „Ach Frank, der Wedding Planner“ … das war mir irgendwann zu umständlich. In der Anlehnung an den Mutter-Film aller Wedding Planner „Vater der Braut“, in dem Steve Martin den schwulen Wedding Planner „Froonck“ spielt, habe ich diesen Namen dann zu meinem Künstlernamen und Markenzeichen gemacht. „Froonck“ ist ja auch die französische Aussprache meines Namens, nur lautmalerisch geschrieben – und er ist unverwechselbar.

Und wie kamen Sie auf die Idee, Hochzeitsplaner zu werden? Das war schon seltsam, diesen Beruf gab es in Deutschland damals noch gar nicht. Ich hatte aus Amerika davon gehört, mich weiter informiert, und das hat mich dann vom ersten Moment an gepackt. Ich war wie von der guten Fee mit dem Zauberstab berührt und spürte, dass dies mein Traumberuf ist. Damals hatte ich aber kaum eine Vorstellung, was dieser Beruf alles umfasst und wie anspruchsvoll er wirklich ist. Ich hatte einfach große Lust darauf. So habe ich mich hinein gestürzt, mir alles selbst beigebracht und ein gutes Netzwerk aufgebaut. Erst nach einigen Hochzeiten habe ich schließlich realisiert, wie verantwortungsvoll und einflussreich Wedding Planning ist.

Die Traumhochzeit mit Sarah Connor in der Doku-Soap „Sarah & Marc in Love“ brachte Ihnen im Jahr 2005 den großen Durchbruch, war das auch Ihre Lieblingshochzeit? Mittlerweile habe ich knapp 500 Hochzeiten organisiert, da kann ich nicht von der einen Lieblingshochzeit sprechen. Zum Glück ist jede Hochzeit auf ihre Art und Weise speziell. Bei Sarah und Marc kamen sicher mehrere Faktoren zusammen: Es war meine erste Auslandshochzeit, meine erste Promi-Hochzeit und gleichzeitig mein TV-Debüt. Das war eine sehr anstrengende Zeit mit extrem viel Arbeit. Ich wusste an manchen Tagen nicht mehr, wie ich hieß. Es gab ja auch eine große Erwartungshaltung an die Hochzeit als Ergebnis meiner Arbeit, die übers TV national sichtbar wurde. Da lastete ein riesiger Druck auf meinen Schultern. Ich musste mich wirklich durchbeißen, und mein Ehrgeiz und meine Zielstrebigkeit haben mir sehr geholfen. Die plötzliche Prominenz nach der ersten Ausstrahlung war für mich ebenso eine neue Erfahrung wie diese Mega-Hochzeit. Sie war sicher ganz besonders und wegweisend für mich, aber nicht meine Lieblingshochzeit.

Sie haben damit in Deutschland die Hochzeitsplanung bekannt gemacht und vielen Berufskollegen den Weg geebnet – gab es dafür Anerkennung? Es gab viel Anerkennung, weil ich tatsächlich ein neues Berufsfeld eröffnet habe. Ich erhielt und erhalte viele Zuschriften von Menschen, die diesen tollen Beruf auch erlernen wollten, den es ja damals noch gar nicht gab. Ich habe viele Tipps gegeben, was man dazu lernen sollte, welche Praktika helfen können und wie der Weg zu einem Wedding Planner aussehen kann. Es gab nach der TV-Sendung ein großes Interesse und in der Folge konnten sich einige Kollegen gut etablieren. Kannte man den Hochzeitsplaner bis dahin hierzulande eher aus amerikanischen Kinofilmen, gab es nun immer mehr Angebote. Aber ich habe in meinen zwölf Jahren als Hochzeitsplaner auch viele Mitstreiter kommen und gehen sehen. Dieser Beruf hat zwar den Nimbus eines glamourösen Traumberufes und viele sehen nur diese Fassade und die perfekte Hochzeit – wissen aber wenig über den komplexen und sehr anspruchsvollen Weg dorthin. Leider gibt es nach wie vor viele Anbieter, die das unterschätzen.

Ist die Planung einer Traumhochzeit für Sie eher solides Handwerk oder – eine große Kunst? Eine interessante Frage! In der Tat ist es beides. Man muss sein Handwerk beherrschen und unglaublich viel lernen. Ich habe mir hochzeitsspezifische Inhalte selbst beibringen müssen, ansonsten aus meinem reichen Ausbildungs- und Berufsschatz schöpfen können – Kundenberatung, Projektleitung und Eventkonzipierung habe ich von der Pike auf gelernt. Diese Felder muss man beherrschen sowie den Umgang mit Dienstleistern der verschiedensten Branchen. Auf der anderen Seite muss man immer das Budget im Auge behalten, denn die finanzielle Abwicklung ist ebenso entscheidend. Als Kreativer und Künstler muss man wiederum Ideen und Fantasien und ein künstlerisches Talent mitbringen, um sich in der Dekoration und Gestaltung der Hochzeit ausdrücken zu können. Diesen Mix halte ich für einen erfolgreichen Hochzeitsplaner für essentiell.

In unserer Region sind Millionäre eher rar gesät, können sich „normale“ Brautpaare Froonck als Hochzeitsplaner überhaupt leisten? Für ein Angebot ist es wichtig, welchen Umfang die Hochzeit hat – ob z.B. mit 40 Personen an einem Tag in der Heimat oder mit über 100 Personen ein ganzes Wochenende im Ausland gefeiert werden soll. Abhängig vom Umfang der Organisation und Planung ist die Spanne in diesem Bereich natürlich immens – aber Sie können sicher sein, Froonck gibt es auch für nicht prominente Brautpaare. Der Großteil unserer Klientel sind keine Promis, mir persönlich ist das auch nicht wichtig. Ich definiere Personen nicht über ihre Prominenz, sondern über das, was sie leisten. Da ist es egal, ob es sich um einen Künstler, Arzt, Wissenschaftler oder erfolgreichen Handwerker handelt.

Warum ist eine professionelle Begleitung für Hochzeitspaare so wichtig? Aus vielen Gründen. Das Paar kann sich entspannen und erlebt viel intensiver seine Hochzeit, bei der alles reibungslos abläuft. Es passiert genau das, was passieren soll – an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit. Das Paar muss sich nicht selbst kümmern. Grundsätzlich umfasst die Hochzeitsplanung die Phase vor der Hochzeit, die Hochzeit an sich und die Nachbereitung. Alle Stufen sind wichtig, wobei der Schwerpunkt für mich in der Betreuung der Hochzeit liegt. Die Planung im Vorfeld kann ein Hochzeitspaar grundsätzlich selbst leisten, auch wenn es da sicher viele Fallen gibt. Das richtige Talent eines Hochzeitsplaners merkt man aber erst am Hochzeitstag. Da muss vor Ort koordiniert werden, der Planer ist Ansprechpartner für alle Dienstleister, für die Gäste und hält dem Brautpaar den Rücken frei. Er muss alle Fäden in der Hand haben und richtig spinnen und sich auch durchsetzen können. Es müssen schnell Entscheidungen getroffen werden, wenn sich das Wetter ändert oder eine Zulieferung nicht klappt. Es kann auch ein Kleid reißen – in diesen Situationen nimmt ein Hochzeitsplaner dem Brautpaar die Last und löst alle Probleme, ohne dass für die Gäste etwas spürbar wird. Wie wichtig das ist, sehe ich auch immer in meiner TV-Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“. Viele Bräute, die ihre Hochzeit selber organisieren, sind an ihrem großen Tag dann leider total gestresst. Wenn etwas nicht klappt, muss sich die Braut am Tag der Hochzeit plötzlich kümmern, das trübt nicht nur die Stimmung des Brautpaares, oft merkt das auch die ganze Hochzeitsgesellschaft. Das kann diesen Tag für Brautpaare zum Horrortrip machen. Deshalb kann ich mir eine Traumhochzeit ohne guten Hochzeitsplaner nicht vorstellen.

Nun sind es aber oft Nettigkeiten und kleine Pannen, die lange in Erinnerung bleiben. Hand aufs Herz, ist Ihnen auch einmal so etwas passiert? Die Pannen sind immer dann unterhaltsam, wenn man sie retten kann. Bei einer meiner Hochzeiten ist der Braut genau vor dem Einzug in die Kirche das Kleid hinten gerissen, die Glocken läuteten schon. Da habe ich schnell Nadel und Faden und Sicherheitsnadeln herausgeholt und das provisorisch zusammengestrickt, die Stola darüber gelegt und konnte sie dann zum Traualtar schicken. Auch das gehört zu einer guten Hochzeitsplanung, für solche Notfälle das richtige Material und eine schnelle Lösung an der Hand zu haben. Im Nachhinein war das lustig, weil ich die Situation retten konnte. Andernfalls wäre das eine totale Katastrophe geworden. Das liegt oft dicht beieinander. Wenn an Hochzeiten Kinder oder Tiere beteiligt sind, die z.B. die Ringe bringen, dann kann es auch niedlich sein, wenn ein Kind die Ringe fallen lässt oder der Hund sie abschüttelt. Für manchen ist das aber ein schlechtes Omen – hier ist der Blickwinkel subjektiv und sollte zuvor in Erfahrung gebracht werden.

Also sind Sie nebenher noch Schneider und Dompteur? Kann man sagen, ja. Dieser Beruf erfordert wirklich viele Talente und Fähigkeiten. Ich übernehme die Verantwortung für diesen Tag und für das Brautpaar. Sie können alles auf meine Schultern abgeben, sie spüren immer das sichere Netz, für das ich mit meinem Team sorge. Dadurch können sie entspannen – und nur wer entspannt und loslässt, der kann auch genießen. Das sehen viele Paare leider nicht, die alles selbst in die Hand nehmen. Sie wollen genießen, können aber nicht abschalten, weil sie selbst im Zentrum der Organisation stehen. Dann geschieht, was es zu vermeiden gilt: die Gäste möchten mit einem glücklichen Brautpaar feiern, das aber ständig in organisatorische Prozesse eingespannt ist und deshalb nicht glücklich strahlt, weil z.B. die Torte ohne das geplante Feuerwerk hereingefahren wird. Es kommt Sand ins Getriebe. Das meine ich mit reibungslos – wenn man sich jederzeit auf eine professionelle Hochzeitsplanung verlassen kann.

Was sind „NoGos“ zu einer Hochzeit? In der Planung gibt es verschiedene Themen, bei denen man aufpassen muss. Für Ihre Leser ist aber sicher interessant, was Paare vermeiden sollten, die ihre Hochzeit selbst organisieren. Ich habe von Paaren immer wieder gehört, dass ihr Tag oft zu lang war und es große Lücken gab, in denen sich die Gäste gelangweilt haben. Der wichtigste Punkt ist die Ablaufplanung, also die Struktur des Hochzeitstages. Dabei muss vor allem auch an die Gäste gedacht werden. Man sollte deshalb aufpassen, dass der Tag nicht zu früh beginnt. Leider glauben viele, dass ein früher Beginn gut ist und mit einer Trauung um 10 Uhr in Standesamt oder Kirche starten sollte – nur steht dann der ganze Tag noch bevor. Wenn hier nicht für Unterhaltung und Programm gesorgt ist, kann das mit gelangweilten Gästen richtig schief laufen. Ein weiteres Problem besteht oft darin, dass das Brautpaar nicht präsent ist und sich zu wenig um die Gäste kümmert.

Sie haben jetzt sogar frisch Ihr erstes Buch „Hochzeitsfieber“ veröffentlicht – ist das eher Unterhaltung für alle oder ein gezielter Ratgeber für Heiratswillige? Es ist hoffentlich beides. Natürlich erwartet man von mir viele Tipps. Ich wollte aber keinen weiteren Ratgeber veröffentlichen. Ich plaudere in meinem Buch ein bisschen aus dem Nähkästchen und erzähle viele Geschichten aus meinen 12 Jahren als Hochzeitsplaner. Das ist mal unterhaltsam, mal rührend, aber immer sehr emotional. Am Ende jeder Geschichte ziehe ich ein Resümee – und das ist dann mein Rat, was ich aus der Geschichte gelernt habe und was auch der Leser oder das Brautpaar daraus lernen kann. So habe ich eine lesenswerte Geschichte mit einer konkreten Erkenntnis verbunden.

Wie erklären Sie sich eigentlich den anhaltenden Erfolg Ihrer TV-Sendung „4 Hochzeiten und eine Traumreise“? Es ist sicher die spannende Mischung aus Emotionen und Wettstreit, das scheint den Nerv vieler Menschen zu treffen. Man kann das Verhalten und die Entwicklung der verschiedenen Bräute beobachten und das ist in seiner Dynamik menschlich sehr interessant, weil im Verlauf der Sendung die Fassade fällt und meist der Charakter jeder Braut sichtbar wird. Ich glaube, für die meisten Zuschauer ist dies einfach spannend, neben dem emotionalen Ja-Wort, das ja immer in seinen Bann zieht. Das ist es ja auch, was ich so an meinem Beruf liebe: die Gefühle und die Arbeit mit den Menschen. Es geht immer um die Paare, deren Ansichten und Vorlieben. Viele schauen die Sendung natürlich auch wegen meiner Kommentare. Und von zahllosen Brautpaaren erhalte ich die Resonanz, dass sie viel für ihre eigene Hochzeit daraus gelernt haben.

Hätten Sie gern einen Froonck-Joker, insbesondere wenn sich Bräute in der Sendung die Punkte gegenseitig aus Sympathie zuschieben? Man merkt manchmal schon, dass sich die Bräute absprechen. Sie reden in Drehpausen und verbringen vier komplette Tage während der Hochzeiten miteinander. Da passt die Bewertung manchmal überhaupt nicht zu dem, was man tatsächlich sieht. Das kritisiere ich und würde gern auch mehr Einfluss auf das Ergebnis haben; hier werden bereits Ideen diskutiert, wie man das ändern könnte.

Sind das alles reale Pärchen oder ist auch Schauspielerei dabei? Die Paare und ihre Hochzeiten sind alle real, sie bewerben sich ganz normal bei der Produktion oder bei VOX. Auch auf Ihrer Messe „Ja, ich will!“ in Cottbus ist das ja möglich und ebenso für Leser dieses Magazins.

Sie haben schon so viele Hochzeiten begleitet, sind selbst aber noch nicht unter der Haube, glauben Sie noch an den perfekten Tag in Ihrem Leben? Auf jeden Fall, mit zehn Ausrufezeichen! Ich freue mich gerade durch meine Erfahrungen mehr denn je darauf. Früher war das für mich kein Thema, aber jetzt bin ich bei so vielen Hochzeiten dabei gewesen und habe viele magische Momente voller Gefühle und Liebe miterlebt. Das macht es für mich umso erstrebenswerter, dies eines Tages selbst zu erleben. Ich weiß, dass der schönste Tag im Leben diesen Namen zu Recht verdient, wenn man alles richtig macht.

Wem würden Sie Ihre Hochzeitsplanung anvertrauen – denn nach Ihrer Maxime dürften Sie selbst das nicht sein? Das ist die richtige Frage an dieser Stelle. Ich würde es definitiv nicht selbst machen und ich mag auch Überraschungen. Ich würde einer vertrauten Person auch viel Freiraum lassen und müsste nicht in alle einzelnen Schritte der Planung involviert sein. Am Hochzeitstag möchte ich lieber auch über Kleinigkeiten staunen und erfreut sein, mich zurücklehnen und das Fest genießen.

Letzte Frage: Wie finde ich als Brautpaar meinen passenden Hochzeitsplaner? Ganz wichtig ist die persönliche Ebene, die sogenannte „Chemie“. Ohne ein persönliches Treffen sollte man keine Entscheidung fällen. Jeder gute Planer sollte ein erstes Treffen kostenfrei anbieten und sich Zeit nehmen, die Eckdaten und Wünsche für die Hochzeit abzustecken. Dabei stellt sich schnell heraus, ob mir als Paar ein Hochzeitsplaner gegenüber sitzt, der uns versteht und der Einfühlungsvermögen hat. Auch Erfahrung wird schnell offensichtlich, indem der Planer Beispiele passend zu den eigenen Vorstellungen benennt – und aufgrund der Ausgangssituation des Brautpaares erste Möglichkeiten für die Umsetzung von Wünschen aufzeigt. Paare werden schnell sehen, wie der Planer reagiert, ob er Vorschläge hat, Partner für die jeweilige Umsetzung benennen kann. Wenn „um den heißen Brei geredet wird“ oder sogar Sprachlosigkeit herrscht, sollte man wohl eher Abstand nehmen. Auch nach Erfahrungen mit den jeweiligen Größenordnungen und Budgets sollte man sich im Gespräch erkundigen. Wenn ein Hochzeitsplaner Vorkasse verlangt, sollte man die Finger davon lassen.

Danke für das Interview!

In Frooncks Onlineshop unter der Marke „Monsieur Froonck“ erhalten Hochzeitspaare bislang eher hochpreisige Produkte für die Ausstattung einer Traumhochzeit. Das wird sich ab ca. April 2015 ändern, dann gibt es hier auch viele Angebote für den „normalen“ Geldbeutel. www.monsieur-froonck.com